Inhalt:
1. Älter werden heute – was bedeutet das?
Das Alter lässt sich nicht mehr generalisieren. Leben im Alter ist sehr unterschiedlich und vielfältig. Älterwerden ist zwar ein natürliches aber auch ein kulturelles Phänomen. Die Bedeutung, die wir dem Alter beimessen, ist vor allem von den gesellschaftlichen Lebensbedingungen und der jeweiligen Lebenssituation des alten Menschen abhängig. Dazu gehören Einkommen und Vermögen, beruflicher Status, Bildungsstand, Wohnsituation, die gesundheitliche Verfassung sowie persönliche Kompetenzen und Fähigkeiten. Zugleich beeinflussen vorherrschende Altersbilder sowie die persönliche Einstellung gegenüber dem Alter die Lebensgestaltung stark.
Altern verändert sich in der modernen Zeit. Der Sozialwissenschaftler Hans Peter Tews beschrieb bereits 1993 fünf zentrale Strukturmerkmale:
- Verjüngung des Alters meint, dass sich ältere Menschen heute in Bezug auf Gesundheit, Kompetenzen, Selbsteinschätzung und Leistungsfähigkeit deutlich jünger fühlen als früher.
- Entberuflichung des Alters heißt, dass Menschen heute jünger aus dem Berufsleben aussteigen, somit verlängert sich die Lebensphase nach der Erwerbsarbeit.
- Die Feminisierung des Alters bezieht sich darauf, dass mit zunehmendem Alter der Anteil der Frauen steigt, weil sie eine höhere Lebenserwartung haben und im 2. Weltkrieg viele Männer gefallenen sind.
- Singularisierung im Alter weist auf die soziale Isolierung alter Menschen hin, die durch Krankheit, Behinderung, Verwitwung, sozialen Rückzug oder Scheidung sowie durch den Trend zur Entfamiliarisierung entsteht.
- Schließlich ist die Anzahl der hochbetagten Menschen inzwischen deutlich angestiegen (Hochaltrigkeit und Langlebigkeit ).
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